Lehre

„Docendo discimus. Durch Lehren lernen wir.“ (Sprichwort nach Seneca junior, 7. Brief)

Seit 2011 arbeitet Hielscher im Lehrstab des Fußballverbandes Niederrhein (FVN). Dort bietet er die Fortbildung „Sofortmaßnahmen bei Sportverletzungen“ für Vereinsvertreter an. Man kennt die Situation doch zu gut: Jemand hat eine akute Verletzung, kann aber auf dem Platz nicht gut behandelt werden, weil niemand über simple Kenntnisse verfügt, mit denen man gefährliche Verletzungen umgehend ausschließen oder bestätigen könnte. Bei der Fortbildung, die stets gut besucht ist, lernen die Vereinsvertreter, welche Sportverletzungen sofort entsprechend versorgt oder welche Schritte im akuten Notfall eingeleitet werden müssen. Gerade für Väter und Jugendtrainer ist das im Jugendbereich extrem wichtig. Interessant ist zum Beispiel folgende Erfahrung, die Hielscher auf den Fortbildungen immer wieder macht: Bei leichten Verletzungen mit stumpfem Trauma kennen nur wenige die in Fachkreisen weit verbreitete „PECH“-Regel. Die Abkürzung steht für Pause, Eis, Compression und Hochlagerung. Mit zwei anschließenden „Kniffen“ kann man einen Wärmestau erzeugen und die Muskulatur entspannen – gerade bei Verhärtungen hilft das enorm. Wichtig ist ihm vor allem, dass er Basiskenntnisse an den Mann bringen kann. Und seien das so banale Dinge wie das Verbot von Nikotin und Alkohol unmittelbar nach schwereren Verletzungen – es kann ja immer sein, dass noch schnell operiert werden muss.
Die Fortbildung wird im Rahmen der Aktion „Der Verband kommt in den Verein“ angeboten. In den Jahren 2007 und 2008 fanden insgesamt 232 Schulungen in den Vereinen des Verbandes mit fast 4500 Teilnehmern statt. In den letzten Jahren wurde das Angebot auf 20 fußballpraktische und überfachliche Kurzschulungsmodule erweitert (http://www.fvn.de/280-0-Aus-Fortbildung-im-Jugendbereich.html).

Zudem arbeitet Hielscher für das „IST Studieninstitut“ – und zwar im Bereich Medical Fitness. Eine notwendige medizinische Intervention oder eine physiotherapeutische Maßnahme kann durch medizinisches Fitnesstraining zwar nicht ersetzt werden. Es handelt sich hier um eine Anschlussbehandlung, die hilft, den langfristigen Heilungserfolg zu sichern. Zunehmend gewinnen präventives und rehabilitatives Fitnesstraining an Bedeutung. Die Weiterbildung zum „Medical Fitnesscoach“ vermittelt das notwendige Fachwissen, derlei Trainingskonzepte zu entwickeln. Mit diesem sporttherapeutischen Grundlagenwissen betreut man seine Patienten nach einem Bandscheibenvorfall oder Kreuzbandriss kompetent bei ihrem Training. So ist man in der Lage, eine spezifische Leistungsdiagnostik durchzuführen und individuelle Trainingspläne für die Patienten zu erstellen. Zudem kann man unterstützende Maßnahmen wie Massagen oder „Fit Taping“ anbieten – das hilft im Alltag.
Seit 2011 doziert Hielscher zur Thematik KG-Gerät für diverse Lehrinstitute und Physiotherapieschulen. Training an den Geräten ist nicht gleich Training an den Geräten. Zunächst ist die Kenntnis von anatomischen, physiologischen und biomechanischen Grundlagen das entscheidende Fundament. Schon leichte Veränderungen wie die Variation der Griffposition lassen völlig andere Muskeln trainieren als zuvor. Nur ausreichende Kenntnis der funktionellen Trainingsgeräte und dem Training mit Geräten, wie Hanteln oder Therabändern, erlauben einen Trainingsaufbau nach der methodischen Reihe „vom einfachen zum schweren“. Der Patient muss an der Stelle abgeholt werden, wo er sich in der aktuellen Rehabilitation befindet. So gibt es auf jeder Stufe neue Herausforderungen und Ziele. Die Fortbildung KG-Gerät ist für Physiotherapeuten eine Zusatzqualifikation und qualifiziert sie, sogenannte KGG-Rezepte bei den Krankenkassen abrechnen zu können.

Das „Healthwerk“ – seine eigene Fortbildungsagentur

Hielschers eigenes Projekt: Der Dinslakener gründete Anfang 2012 mit Janek Zachow eine eigene Fortbildungsagentur für Therapie und Sport in Nordrhein-Westfalen: Das „Healthwerk“. Es hat Gründe, warum oft die Stirn gerunzelt wird, wenn es um Fortbildungen geht – die Leute, die im Gesundheitswesen tätig sind, werden das zur Genüge kennen. Die Fortbildungen sind oftmals langfristig angesetzt, teuer – und viele Einheiten finden an Wochentagen statt. Das heißt: Ausfallzeiten im Job gibt es inklusive. Das haben Janek Zachow und Hielscher nun schon oft genug am eigenen Leibe erfahren dürfen und wollen deshalb kurzfristige Fortbildungen anbieten, die ausschließlich am Wochenende stattfinden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist dabei absolut fair.
Viel gravierender ist aber eigentlich ein weiteres Problem: Die Fortbildungen sind oft viel zu theoretisch. Deshalb schimpft sich das Motto der beiden Jung-Geschäftsführer auch „Aus der Praxis – für die Praxis“.
In den Seminarräumen des Dinslakener Gesundheitszentrums Lang wollen beide in Zukunft kräftig anpacken – und was sie bis dato auf die Beine gestellt haben, kann sich durchaus sehen lassen. Sie haben eine Schar verschiedenster Referenten um uns versammelt. Es gibt nicht nur Physio- oder Psychotherapeuten. Das wäre viel zu engstirnig gedacht. Auch Heilpraktiker, Sozialarbeiter, eine Tanztherapeutin oder Gymnastiklehrer werden in Zukunft ihre Zeit in das Healthwerk investieren. Diese Interdisziplinarität im Team ist Hielscher und Zachow sehr wichtig. Und: Dementsprechend breit gefächert ist das angebotene Themenspektrum. Die Inhalte der Fortbildungen reichen von klassischen Entspannungsmethoden bis hin zur heutzutage noch zu wenig angewandten, aber extrem wirksamen Blutegeltherapie. Gerade diese Heilmethode aus der traditionellen Chinesischen Medizin stellt eine Nische dar, in die beide stoßen.

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